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Aus Anlass der Eu’Vend in Köln hat Vending-Consultant Uwe Thomas seine Eindrücke von der amerikanischen Vending-Messe NAMA 2013 in Las Vegas zusammengefasst. Hier sein Bericht über die US-Messe-Highlights.

Wie präsentiert sich die amerikanische Vending-Welt, und wie manifestieren sich die Unterschiede der Fachmesse NAMA im Vergleich zur Eu’Vend? Das waren die wesentlichen Fragen, die es beim Messebesuch in Las Vegas zu klären galt. Nach der Reisebuchung und Registrierung als Besucher gab es bereits in der Zeit vor der NAMA viele Mails und Informationen der Veranstalter, die neugierig machten: Aussteller, die man nicht kannte, und Produkte, die oft fremd wirkten.

Dann die wichtigste Erkenntnis gleich zu Besuchsbeginn: Die Messe ist bezüglich Umfang und Ausstellung der Eu’Vend sehr ähnlich, also keine überdimensionale und unerreichbare Veranstaltung. Die Unterschiede liegen im Detail: Zusätzlich zu den internationalen Anbietern bei Maschinen, Füllprodukten und Zahlungssystemen sind eben auch noch national wichtige US-Unternehmen als Aussteller vor Ort, die in Deutschland nicht unbedingt bekannt sind. Dies zu sondieren, benötigt Zeit vor Ort. Aber es ist im Rahmen eines zweitägigen Messebesuches durchaus machbar.

Vergleicht man den deutschen mit dem amerikanischen Vending-Markt, so sind es die völlig unterschiedlichen Verbrauchergewohnheiten, die sich in den Maschinen, den Füllprodukten und Sortimenten sowie in der Wahl der Aufstellplätze und in der gesamten Branche widerspiegeln. Die Vielfalt der Maschinen-Ausführungen und Geräte-Spezialisierungen verwundert nicht, schließlich hat das Land mit nahezu 315 Mio. Einwohnern fast viermal so viele potenzielle Kunden wie Deutschland.

Die Sonderlösungen an Automaten konzentrieren sich zwar auch hier offenbar auf wenige Standorte in den Metropolen, doch durch die schiere Größe der USA ist das Gesamtpotenzial einfach deutlich größer. Damit ist eine Mengendegression in den Kosten bei der Produktion von Spezial-Automaten viel eher möglich. Wenn in den USA jeder zehnte Operator eine Speziallösung benötigt, so sind das etwa 400 Operatoren. In Deutschland wären das im Höchstfall 100, für die kaum ein Automatenhersteller eine Sonderlösung zu einem finanziell attraktiven Preis produzieren kann.

Betrachtet man die einzelnen Warengruppen, so ist im Bereich Heißgetränke eine Dominanz der Kapselsysteme zu erkennen. Parallel dazu sind Mengenbrüher mit Kaffeemehl für die klassische Pumpkanne immer noch sehr stark vertreten. Die in Deutschland so weit verbreitete ganze Bohne war auf der NAMA selten bis fast gar nicht präsent. Kaffeemehl und Instantkaffee für die Einzelproduktion spielten überhaupt keine Rolle. Auffällig anders ist in den USA offenbar auch das Verbraucherverhalten bei Backwaren. Die Krume steht als Qualitätsmerkmal nicht im Fokus. Der typische Amerikaner ist an die weiche Sandwich-Struktur eines Backerzeugnisses gewöhnt. Die Kühlung eines solchen Artikels durch einen Automaten, die auf Dauer die Krume zerstört, wird in der Regel somit nicht als Qualitätsminderung empfunden.